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26BS4

Inklusions- und Integrationspädagogik - Block I bis Block VIII

Inklusions- und Integrationspädagogik
Die Seminarreihe „Fachkraft für Inklusions-/Integrationspädagogik“ ist speziell darauf ausgerichtet, pädagogisches Personal in integrativen Kindertageseinrichtungen zu stärken. Ziel ist es, ein umfassendes Verständnis für Inklusion und Heilpädagogik zu fördern, damit die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aktiv den Schwerpunkt der Inklusions-/Integrationspädagogik in ihren Einrichtungen gestalten können. Dabei betrachtet die Inklusions- und Integrationspädagogik Vielfalt als Chance und Ressource und gewährleistet chancengerechte und hochwertige Bildung, die lebenslanges Lernen ermöglicht.
In verschiedenen Blöcken der Seminarreihe werden wichtige Themenbereiche zur Begleitung von Kindern mit Herausforderungen und Unterstützungsbedarf behandelt, darunter Entwicklungsverzögerungen, Beeinträchtigungen und Behinderungen. Praxisnah werden durch Fallbesprechungen und Selbsterfahrungsübungen gezielt Handlungssicherheit und neue Lösungsansätze entwickelt, um den täglichen Herausforderungen im pädagogischen Alltag gerecht zu werden.
Die Weiterbildung beginnt im Jahr 2026 mit vier Blöcken à zwei Fortbildungstage und wird im Jahr 2027 mit drei Blöcken à zwei Fortbildungstage fortgesetzt. Außerdem gibt es einen Wahlpflichtblock, in dem die Teilnehmenden selbst im Laufe der Weiterbildung zwei Themen nach Interesse wählen können. Neben der Teilnahme an den Weiterbildungsblöcken umfasst die Weiterbildung auch einen Hospitationstag, den Austausch in Peergroups sowie die Anfertigung einer Transferleistung und die Teilnahme an einem Fachgespräch. Nach erfolgreichem Abschluss erhalten Sie ein Zertifikat über die Zusatzqualifikation. Die Weiterbildung umfasst insgesamt 160 Stunden.
Hinweis: Staatlich anerkannte Erzieherinnen und Erzieher haben die Möglichkeit, den Titel „Facherzieherin bzw. Facherzieher für Integrationspädagogik“ zu beantragen.

Block I
Inklusion, Integration und die pädagogische Haltung

Die UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) der Vereinten Nationen gilt als wesentlicher Startpunkt für die Diskussion um Inklusion. Inklusion wird dabei als fortlaufender Prozess gesehen, den pädagogische Fachkräfte aktiv gestalten.
Inklusion bedeutet, dass die Kindertageseinrichtung allen Kindern gleichermaßen offensteht, unabhängig von körperlichen, psychischen oder geistigen Beeinträchtigungen, Hochbegabung, kultureller oder religiöser Zugehörigkeit oder anderen Besonderheiten. Dabei richtet sich die Kita nach den individuellen Bedürfnissen der Kinder und schafft so ein Umfeld, in dem jedes Kind bestmöglich gefördert wird.
Ein entscheidender Bestandteil inklusiver Pädagogik ist die Förderung von Teilhabe und Partizipation. Alle Kinder sollen aktiv an den Kita-Aktivitäten teilnehmen und in die Entscheidungsprozesse einbezogen werden. Dabei ist die Betrachtung der eigenen pädagogischen Haltung und der Rolle als Pädagoge/-in zentral.
Spielsituationen sind Schlüsselmomente für gelebte Inklusion. Im gemeinsamen Spiel interagieren Kinder unterschiedlicher Fähigkeiten und Hintergründe, lernen voneinander und erleben Erfolge. Durch gezielte Gestaltung und Unterstützung dieser Situationen wird Inklusion erlebbar und soziale Kompetenzen wie Empathie und Kooperation werden gefördert.
Außerdem erhalten Sie zu Beginn eine Einführung in die Kurskonzeption und Termine der Weiterbildung.


Block II Tag 1
„Gewusst wie …?“ – Rechtliche und strukturelle Rahmenbedingungen für die Inklusion von Kindern mit Behinderung

§ 99 SGB IIX, UN-Behindertenrechtskonvention, Kinder- und Jugendstärkungsgesetz – (KJSG), BayKiBiG, Faktor 4,5, Faktor 5,5, Entgeltvereinbarung, Zusatzkraft, Individualbegleiter, Fachdienst usw.: Mit diesen und anderen Begrifflichkeiten sowie deren Bedeutung muss man sich auseinandersetzen, wenn ein Kind oder mehrere Kinder mit Behinderung in der Einrichtung aufgenommen werden sollen bzw. aufgenommen wurden.

Doch was verbirgt sich dahinter? Wie sind die Verantwortungsbereiche der einzelnen Ämter verteilt? Wie ist vorzugehen und was ist zu beachten, um die Inklusion in der Einrichtung rechtlich und finanziell abzusichern? Welche Unterstützungsmaßnahmen sind möglich und was ist bezüglich der Gruppenstruktur sowie des Personaleinsatzes zu beachten? Welche Professionen können unterstützen oder sind unabdingbar?

In diesem Seminarblock erhalten Sie einen Überblick über die Strukturen und erfahren von Möglichkeiten, die bezüglich einer gelingenden Inklusion hilfreich sind. Gerne können Sie individuelle Fallbeispiele aus der Praxis einbringen und spezifische Fragen stellen. Wir werden gemeinsam Lösungen für Ihre Anliegen erarbeiten.

Block II Tag 2
IFS, MSH, SPZ, FD, …? – Im Dschungel der Angebote für Kinder mit Entwicklungsauffälligkeiten

Es gibt eine Vielzahl an Institutionen, die für Familien mit Kindern mit Behinderungen oder Entwicklungsauffälligkeiten Beratung, Diagnostik, Therapie oder Förderung anbieten. Für Eltern oder Fachkräfte ist es gar nicht so leicht, den Überblick über die verschiedenen Hilfsmöglichkeiten zu behalten. Gerade in der Betreuung von Kindern mit besonderem Förderbedarf und der Zusammenarbeit mit deren Eltern ist es aber sinnvoll, die unterschiedlichen Fachstellen und deren Angebote zu kennen.
Einige Fachdienste arbeiten auch direkt oder indirekt mit Kindertageseinrichtungen zusammen. Eine Reflexion über die Chancen und Grenzen der Zusammenarbeit bietet die Grundlage für eine professionelle Haltung und ein sicheres Rollenverständnis in der Kooperation mit externen Fachleuten.

An diesem Fortbildungstag erwarten Sie folgende Inhalte:
Übersicht über verschiedene Hilfsangebote für Kinder mit Entwicklungsauffälligkeiten,
Erfahrungsaustausch zur Kooperation mit externen Fachleuten,
Erkennen von Chancen, Barrieren und Grenzen in der Zusammenarbeit.

Block III

Kinder mit kognitiven Beeinträchtigungen, körperlichen Behinderungen, Verhaltensauffälligkeiten und Entwicklungsverzögerungen

Theoretische Grundlagen über die Arten der Beeinträchtigungen oder Behinderungen vermitteln oft größeres Verständnis für kindliches Verhalten.
Nicht die Addition der unterschiedlichen Beeinträchtigungen erklären die Entwicklungsprobleme. Vielmehr greifen die verschiedenen Einschränkungen dabei ineinander, sodass sich die Folgen potenzieren.
Vor dem Hintergrund der Differenzierung und Individualisierung wird die soziale Integration eines Kindes mit speziellem Förderbedarf innerhalb der Kita-Gruppe beleuchtet.
Das professionelle Rollenverständnis des pädagogischen Gruppenpersonals und die praktische Zusammenarbeit mit Therapeuten im „Dickicht der Pädagogik der Vielfalt“ sowie die Betrachtung und Erörterung notwendiger Bausteine, die eine Kita vorhalten sollte, um Kindern mit spezifischen Beeinträchtigungen Teilhabe in der Kita zu ermöglichen, werden hier Thema sein. Beispielhaft wird dies anhand von Sehbehinderungen und Sehbeeinträchtigungen erläutert.

Block IV
Kooperation mit Eltern mittels guter Gesprächsführung

Wie kann eine gelingende Bildungspartnerschaft in diesem Bereich aussehen? Wie können Fachkräfte ihre Arbeit transparent und unter Einbeziehung der Eltern, den Experten für das Kind, gestalten? Wie können Fachkräfte Türöffner für das Thema Inklusion sein?
Begleitung von Kindern mit Beeinträchtigungen bewegt sich häufig im Spannungsfeld zwischen Beratung und Pädagogik. Sie erfordert effektive Vorgehensweisen und kommunikative Fähigkeiten, um Kinder mit Beeinträchtigungen und ihre Familien zu fördern, konstruktiv zu kooperieren sowie die eigene Rolle zu definieren und zu stärken.
Lösungsorientierte Beratung bietet die Möglichkeit, die hohen Anforderungen in der Arbeit mit mehr Leichtigkeit zu gestalten. Die in diesem Block vermittelten Methoden beruhen auf dem systemisch-lösungsorientierten Ansatz.


Block V
Handlungssicherheit in der Praxis: Umgang mit Kindern mit besonderen Bedürfnissen

Kinder mit einer Behinderung und/oder auffälligem Verhalten stellen uns nicht selten vor große Herausforderungen in der täglichen Arbeit und Begleitung. In diesem Block werden ausgewählte Krankheits- und Störungsbilder wie beispielsweise ADS/ADHS, die Autismus-Spektrum-Störung und das fetale Alkoholsyndrom genauer betrachtet und dargestellt. Es geht aber insbesondere nicht nur um das theoretische Wissen hierzu, sondern vielmehr um mögliche Methoden zum Umgang mit diesen Kindern und Eltern. Die eigene innere Haltung, das Kennenlernen von unterschiedlichen Methoden und eine (Fall-)Betrachtung „outside the box“ sollen Ihnen für Ihre praktische Tätigkeit Handlungssicherheit und Lösungsmöglichkeiten bieten.


Block VI
Zielformulierungen

In diesem Block lernen Sie, die individuellen Stärken von Kindern gezielt wahrzunehmen und im Zielfindungsprozess zu nutzen. Sie erfahren, wie achtsame Beobachtungen im Team durchgeführt, eingebracht und dokumentiert werden können. Ein besonderer Fokus liegt auf der Einbindung der Kinder und ihrer familiären Bezugspersonen, um deren Veränderungswünsche zu berücksichtigen.
Sie erhalten eine Einführung in das SMART-Modell und üben die Formulierung von klaren Zielen. Die transparente Zielgestaltung mit Kooperationspartnern und Eltern sowie Formulierungshilfen für Stellungnahmen runden den Block ab. Methoden zur Erstellung aussagekräftiger Berichte ergänzen die Inhalte. Nach Abschluss dieses Blocks sind Sie in der Lage, Stärken der Kinder in die Zielfindung einzubeziehen, Beobachtungen methodisch im Team umzusetzen und professionell zu dokumentieren. Sie binden Kinder und Familien aktiv ein und formulieren Ziele sicher nach dem SMART-Modell. Zudem können Sie Ziele transparent mit allen Beteiligten kommunizieren, geeignete Formulierungen für Stellungnahmen verwenden und kennen Methoden für die Berichtserstellung.


Block VII
Kollegialer Austausch – Fallbesprechungen – Selbsterfahrung

In diesem Weiterbildungsblock wird Ihre tägliche Praxis intensiv beleuchtet. Es geht in diesen zwei um Sie selbst: Wir werden Ihre Befindlichkeiten, Eindrücke, Haltungen, Gefühle in der täglichen Arbeit in den Mittelpunkt stellen. Dies passiert durch Fragestellungen, Übungen alleine oder mit einer Kleingruppe, Selbsterfahrung ohne Zwang und Müssen. Hier geht es um gedankliche, emotionale Impulse, die hoffentlich neue Gedanken und Ideen kreieren.
Erfahrungsberichte im Positiven wie auch in der Lösungssuche werden wir besprechen und je nach Wunsch intensiver gemeinsam bearbeiten.
Dies wird zum einen durch die Methode des „Kollegialen Team-Coachings“ sein, in der es mit der Referentin und dem Fallgeber zu einem Gespräch über ein Problem kommt, in dessen Verlauf Sie als Kolleginnen und Kollegen zu Gedanken, Bildern und Impressionen gefragt werden und der Fallgeber dann eine spezifische Supervisionsfrage stellen soll. Dann werden wir gemeinsam Lösungen suchen und der Fallgeber kann entscheiden, welche ihm zusagt und welche auch nicht. Es gibt bei dieser Methode immer Synergieeffekte, denn der eingebrachte Fall erinnert oft an ähnliche Schwierigkeiten in der eigenen Praxis.
Zum anderen können wir Fragen aus der täglichen Praxis heraus auch mit anderen systemischen Methoden bearbeiten: zum Beispiel durch eine Aufstellung mit Figuren oder den anwesenden Kolleginnen und Kollegen, durch die „Leerer-Stuhl-Technik“, Skulpturarbeit und anderes mehr. Haltungen aus der Psychomotorik, spielerische Förderung, die mit der Bewegungsfreude der Kinder arbeitet, können diese zwei Tage abrunden. Um sich einen Überblick über den Entwicklungsstand der Kinder zu verschaffen, hilft auch das Entwicklungsgitter von Kiphard, einem Pionier in Entwicklung der Psychomotorik.
Wichtig in diesem Workshop sind die Praxisorientierung und Ihre mitgebrachten Themen.


Block VIII (Wahlpflichtblock)
Mögliche Themen und Termine werden bei Block I vorgestellt.


Die Termine für 2027 werden noch bekannt gegeben.

Die Fortbildungen für pädagogisches Personal für Kindertageseinrichtungen werden durch den Freistaat Bayern mit Haushaltsmitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales gefördert.


Die Weiterbildung ist eine gemeinsame Veranstaltung mit dem Caritasverband Passau.


Kursnr.: 26WB3

Beginn: Mi., 28.01.2026, 09:00Uhr  

Ende: Di., 29.09.2026, 16:30Uhr  

Dauer: 8

Kursort: Haus Hermannsberg, Hermannsberg 1, 93109 Wiesent

Gebühr: 1700,00 € / 1800,00 €

Dozent: Monika Brandstetter , Yvonne Esser , Ralf Daum , Oliver Guist , Birgit Hierl , Petra Obernhuber , Sabine Steindl , Ernst Würdinger ,

Bitte mitbringen: --

Informationen zur Gebühr:
1700,00 € für kath. Kitas inkl. Verpfl.
1800,00 € für sonstige Kitas inkl. Verpfl.
Haus Hermannsberg, Hermannsberg 1, 93109 Wiesent
Hermannsberg 1
93109 Wiesent

Datum
28.01.2026
Uhrzeit
09:00 - 16:30 Uhr
Ort
Hermannsberg 1, Haus Hermannsberg, Hermannsberg 1, 93109 Wiesent
Datum
29.01.2026
Uhrzeit
09:00 - 16:30 Uhr
Ort
Hermannsberg 1, Haus Hermannsberg, Hermannsberg 1, 93109 Wiesent
Datum
25.02.2026
Uhrzeit
09:00 - 16:30 Uhr
Ort
Hermannsberg 1, Haus Hermannsberg, Hermannsberg 1, 93109 Wiesent
Datum
26.02.2026
Uhrzeit
09:00 - 16:30 Uhr
Ort
Hermannsberg 1, Haus Hermannsberg, Hermannsberg 1, 93109 Wiesent
Datum
18.05.2026
Uhrzeit
09:00 - 16:30 Uhr
Ort
Hermannsberg 1, Haus Hermannsberg, Hermannsberg 1, 93109 Wiesent
Datum
19.05.2026
Uhrzeit
09:00 - 16:30 Uhr
Ort
Hermannsberg 1, Haus Hermannsberg, Hermannsberg 1, 93109 Wiesent
Datum
28.09.2026
Uhrzeit
09:00 - 16:30 Uhr
Ort
Hermannsberg 1, Haus Hermannsberg, Hermannsberg 1, 93109 Wiesent
Datum
29.09.2026
Uhrzeit
09:00 - 16:30 Uhr
Ort
Hermannsberg 1, Haus Hermannsberg, Hermannsberg 1, 93109 Wiesent